DAK im Dialog digital: AMNOG-Report 2024

19. Juli 2024, 10:30 – 12:00 Uhr

Blinde Flecken im AMNOG Markt

 

Einblicke in die Ausgabendynamik bei Arzneimitteln

 

Auch 14 Jahre nach Einführung der frühen Nutzenbewertung neuer Arzneimittel und unzähligen gesetzlichen Anpassungen ist das AMNOG-Verfahren geprägt von Diskussionen und Kontroversen. Diese drehen sich häufig um die „blinden Flecken“ in Bezug auf aktuelle Marktentwicklungen oder auch die Auswirkungen regulatorischer Eingriffe in den Markt für patentgeschützte Arzneimittel. Aktuell im Fokus steht beispielsweise die Frage, worauf der jüngst beobachtete starke Ausgabenanstieg im Arzneimittelmarkt zurückzuführen ist. Auch ist unklar, ob Reformen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes (GKV-FinStG) dazu beigetragen haben, das AMNOG zukunftsfest zu machen und die Gesetzliche Krankenversicherung nachhaltig bei den Arzneimittelausgaben zu entlasten. Wie wirken sich die Neuregelungen beispielsweise auf die Nutzenbewertungsergebnisse aus und sind womöglich unerwünschte Effekte bei der Verfügbarkeit neuer Arzneimittel zu erkennen? Blinde Flecken im Hinblick auf die Ausgabendynamik gab es bislang zudem vor allem bei der Anwendung von AMNOG-Arzneimitteln im Krankenhaus.

 

Der 11. DAK AMNOG-Report untersucht diese und weitere aktuelle Themen und leuchtet wichtige blinde Flecken des AMNOG aus: Die Analysen zeigen unter anderem, dass die Ausgaben für patentgeschützte Arzneimittel im Krankenhaus im Jahr 2023 mehr als 1,2 Milliarden betrugen. Trotz der Maßnahmen des GKV-FinStG (erhöhter Herstellerabschlag, Leitplanken) ein neuer Höchstwert. Detaillierte Analysen auf Basis historischer Abrechnungsdaten der DAK-Gesundheit legen zudem nahe, dass der jüngst vom Bundesministerium für Gesundheit vorgelegte Vorschlag zur Umsetzung des Kombinationsabschlages die 2022 formulierten Einsparziele verfehlen wird.

 

Einen detaillierten Einblick in den neuen AMNOG-Report erhalten Sie im Rahmen unserer virtuellen Dialogveranstaltung, auf der wir die zentralen Ergebnisse vorstellen und mit Ihnen sowie prominenten Experten diskutieren.

Programm

    • 10:30 Uhr: Begrüßung und Einführung -  Andreas Storm
  • 10:40 Uhr: Präsentation des AMNOG-Reports 2024 - Prof. Dr. Wolfgang Greiner
  • 11:00 Uhr: Blinde Flecken im AMNOG-Verfahren aus Sicht des G-BA - Prof. Josef Hecken
  • 11:15 Uhr: EU-HTA Blinde Flecken? – Gelbe Flecken? Wo stehen wir mit dem AMNOG - Prof. Dr. med. J. Ruof
  • 11:30 Uhr: Publikumsfragen - Wolfgang van den Bergh
  • 11:50 Uhr: Schlussworte - Andreas Storm

Referenten

Prof. Dr. Wolfgang Greiner

Prof. Dr. Wolfgang Greiner (* 1965) ist Inhaber des Lehrstuhls für „Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement“ an der Universität Bielefeld. Von 2010 bis 2023 war er Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen beim Bundesgesundheitsministerium. Er gehört zudem den wissenschaftlichen Beiräten verschiedener Krankenkassen und des Bundesamtes für Soziale Sicherung zur Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleiches an.

                                Prof. Josef Hecken 

Quelle: G-BA / Fotografin Rosa Reibke

Prof. Josef Hecken ist seit 2012 unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses; seit 2015 zugleich auch Vorsitzender des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss. Der studierte Jurist war zuvor an verschiedenen Stellen und Positionen in der Gesundheitspolitik und der Ministerialverwaltung tätig – u. a. war er Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin, Präsident des Bundesversicherungsamtes (heute Bundesamt für Soziale Sicherung) in Bonn und zuvor Landesminister für Justiz, Gesundheit und Soziales im Saarland. Seit 2018 nimmt er Lehraufträge an der Leibniz Universität Hannover und der Medizinischen Fakultät Heidelberg wahr, außerdem ist er Dozent im Masterstudiengang Pharmarecht an der Philipps-Universität Marburg.

Prof. Dr. Jörg Ruof

Jörg Ruof studierte Medizin (Universität Witten/Herdecke), Public Health (Medizinische Hochschule Hannover) und Ökonomie (Edinburgh Business School). Er hat eine außerplanmäßige Professur für ‚Health Outcomes & Management‘ an der Medizinischen Hochschule Hannover und verfügt über 20 Jahre Führungserfahrung in „Big Pharma“. Seine Kernkompetenz liegt im Bereich Market Access Strategy. Er ist Autor von > 70 wissenschaftlichen Publikationen. 2017 gründete er r-connect, eine strategische Beratungsorganisation mit Sitz in Basel, Schweiz. Seit 2018 ist er Co-Leiter der „Deutschen Plattform zur Nutzenbewertung“. 2021 gründete er die „European Access Academy“, EAA.

Andreas Storm

Andreas Storm ist seit 2016 stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der DAK-Gesundheit und seit Anfang 2017 Vorsitzender des Vorstandes. Hier verantwortet er die Ressorts Finanzen und Unternehmenssteuerung. CDO und CCO berichten an ihn sowie die zentralen Stabseinheiten. Zuvor war Andreas Storm insgesamt 15 Jahre Mitglied des Deutschen Bundestages, Staatssekretär auf Bundesebene und Landesminister im Saarland.

Moderator

Wolfgang van den Bergh

Wolfgang van den Bergh ist wissenschaftlicher Leiter des Gesundheitsforums beim Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit der WISO S.E. Consulting GmbH. Seit 2018 gehört die WISO zum Springer Medizin Verlag, der seinerseits Teil der Verlagsgruppe Springer Nature ist. Von Juli 2021 bis Juli 2023 war Wolfgang van den Bergh Herausgeber der Ärzte Zeitung. Zuvor war er 13 Jahre Chefredakteur der Ärzte Zeitung. In dieser Zeit verantwortete er den gesundheitspolitischen Bereich bei Springer Medizin als Director News + Politics. Er war Prokurist und Mitglied der Geschäftsführung.

Seit Mitte der 90-er Jahre moderiert Wolfgang van den Bergh gesundheits- und medizinische Fach-Veranstaltungen. Er kam 1989 zur Ärzte Zeitung und arbeitete zunächst im Ressort Gesundheitspolitik. Zuvor hatte der gelernte Politikwissenschaftler (M.A.) ein Redaktionsvolontariat bei der Westdeutschen Zeitung in Düsseldorf absolviert. 2001 übernahm er die Leitung des Ressorts Gesundheitspolitik und Panorama bei der Ärzte Zeitung.


Partner

Wir bedanken uns bei der Universität Bielefeld für die Unterstützung bei dieser Veranstaltung.

Trip

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Kontaktdaten DAK

DAK-Gesundheit Zentrale
Nagelsweg 27 - 31
20097 Hamburg
Telefon: 040 23648550 

E-Mail: dakimdialog@dak.de